Dankbarkeit

Als die ersten Massnahmen des Bundes, betreffend Schulschliessung getroffen wurden, dachte ich mir was soll das.

Alles wird schwieriger, alles wird komplizierter. Ich hatte Homeoffice und auf einmal noch 2 Kids zu Hause welche, auch Homeoffice haben. Wie soll ich das Lösen? Wer hat wann welchen Computer, wie bringe ich das ganze unter einen Hut wenn auch ich von zuhause Telefongespräche und Skype machen soll. Dazu meine Frau welche im Gesundheitswesen arbeitet, meine älteste Tochter welche arbeitet und als Teenager am Anfang auch nicht recht wusste wie sie sich zu verhalten hatte.

Auch die ganzen Nachrichten in der Zeitung, im Fernseher von immer mehr Ansteckung und Toten.

Das macht Angst und macht unsicher. Was passiert mit uns als Paar, als Familie, mit meinen Kindern?

In musste raus, raus an die Frische Luft, flucht vor der ganzen Wirklichkeit. Mein Sohn und ich machten Homeofficepause. Wir gingen in den Wald und bauten eine Hütte. Ich setzte mich davor und war gedanklich am Corona und überlegte mir was das alles soll.

Mein Sohn schaute mich an, setzte sich zu mir und legte seinen Kopf an meine Schulter.

Dann sagte er etwas zu mir was ich zuerst nicht verstand: « Papi, der Corona hat auch etwas Gutes.»

Meine Gedanken rasten: Was soll an diesem scheiss Corona gut sein, kann er das noch nicht begreifen, was soll diese Aussage…… Ich fragte Ihn etwas erstaunt was er damit meint.

 

Und er sagte ohne zu über legen: « würde es den Corona nicht geben, währe ich in der Schule und du am Arbeiten und wir würden nicht zusammen im Wald eine Hütte bauen.»  Diese Aussage hat mich zu tiefst bewegt und mir liefen ein paar Tränen hinunter. Ein Neunjähriger zeigt mir in einer solchen Situation was Dankbarkeit heisst.

Für was darf ich dankbar sein? Was hat diese Situation gutes?

Ich baue eine Hütte zusammen mit meinem Sohn in mitten duftendem Bärlauch.

Überall spriessen Blätter an den Bäumen, Blumen blühen und die Natur erwacht.

Um mich herum Stille, keine Autos sind unterwegs, Vogelgezwitscher tönt von Baum zu Baum.

Ich höre die ersten Bienen summen und irgendwo hämmert ein Specht.

Wir haben die letzten paar Wochen so viele gemeinsame Gespräche am Esstisch geführt, wir haben zusammen als Familie gebetet. Wir machen Familienspiele und telefonieren mit unseren Eltern und Grosseltern. Gemeinsam machen wir eine Familienwanderung über den Randen oder drehen eine Runde auf dem Vitaparcour. Wenn ich am Abend draussen bin, sehe ich den klaren Sternenhimmel und geniesse die Ruhe ohne Flugzeuge. Ich bin Dankbar das ich so viele gute und wertvolle Gespräche mit meinen Kindern machen darf. Dankbar für meine Ehefrau, die mit mir zusammen diese Situation meistert. Dankbar für die vielen Düfte, die ich plötzlich in der Natur wahrnehme. Dankbar für die plötzliche Entschleunigung im Alltag.

Dankbar das ich leben darf.

 

Wofür bist du heute Dankbar?

 

In grosser Dankbarkeit

Marco

 

Claudia und Marco

www.zuspruch.ch

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